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ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer: Was ist im letzten Quartal passiert?

Das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer prognostiziert für das dritte Quartal 2020 durch die Covid19-Krise weitere Belastungen, aber auch positive Ausblicke für einige Branchen. Während große Unternehmen einen Stellenabbau befürchten, sind kleine Unternehmen optimistischer. Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse der Studie für Sie zusammen.

Im Rahmen des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers für das dritte Quartal 2020 wurde deutschlandweit eine repräsentative Stichprobe von 531 Arbeitgebern befragt. Allen Teilnehmern wurde die folgende Frage gestellt: „Welche Veränderungen der Beschäftigungslage erwarten Sie in Ihrem Unternehmen in den nächsten drei Monaten bis Ende September 2020 im Vergleich zum jetzigen Quartal?“

Die Befragung fand diesmal aufgrund der Corona-Pandemie unter außergewöhnlichen Umständen statt. Die Ergebnisse der Umfrage für das dritte Quartal 2020 spiegeln daher die Auswirkungen dieser weltweiten Gesundheitskrise wider. In Deutschland ist die Situation nicht optimal, aber immerhin sind in Europa nur die kroatischen Arbeitgeber optimistischer als die Deutschen.

Nachgebender Arbeitsmarkt

Die deutschen Arbeitgeber rechnen im dritten Quartal 2020 mit einem nachgebenden Arbeitsmarkt. 11% von ihnen planen Neueinstellungen, 9% rechnen mit Personalabbau und 72% erwarten keinerlei Veränderungen ihrer Belegschaftszahlen. Daraus resultiert ein Netto-Beschäftigungsausblick von +2%. Saisonal bereinigt liegt der Beschäftigungsausblick bei +1%. Damit verlieren die Beschäftigungsaussichten sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich deutlich, und zwar elf bzw. zwölf Prozentpunkte. Damit fallen die Werte auf den schwächsten Wert der letzten zehn Jahre ab.

Kleine Unternehmen sind optimistischer

Die für das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer befragten Unternehmen lassen sich anhand ihrer Größe in vier Kategorien einteilen: Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern; kleine Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern; mittelgroße Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern; große Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern.

Sowohl in den kleinen als auch in den Kleinstunternehmen rechnen die Arbeitgeber in den nächsten drei Monaten mit Neueinstellungen: Sie berichten Netto-Beschäftigungsausblicke von +3% bzw. +2%. Die mittelgroßen Arbeitgeber hingegen vermelden einen Beschäftigungsausblick von 0% und erwarten somit einen unbelebten Arbeitsmarkt. Die großen Unternehmen rechnen sogar mit Stellenabbau mit einem Beschäftigungsausblick von -2%.

Im Vergleich zum Vorquartal sprechen die Kleinstunternehmen von relativ stabilenBeschäftigungsaussichten, in den drei anderen Größenkategorien verliert der Beschäftigungsausblick jedoch: Die großen Arbeitgeber berichten einen drastischen Rückgang von 26 Prozentpunkten. Bei den mittelgroßen und kleinen Unternehmen liegt das Minus noch bei 17 bzw. fünf Prozentpunkten.

Auch im Jahresvergleich vermelden die großen Firmen ein deutliches Minus von 29 Prozentpunkten. Der Beschäftigungsausblick für die mittelgroßen Firmen zeigt sich 18 Prozentpunkte schwächer. Und bei den kleinen Unternehmen verliert er noch sechs Prozentpunkte. Im Gegensatz dazu zeigen sich die Beschäftigungsaussichten bei den Kleinstunternehmen drei Prozentpunkte stärker.

Berlin führt im Arbeitsmarkt

Den stärksten Arbeitsmarkt berichtet die Region Berlin: Hier vermelden die Arbeitgeber einen respektablen Netto-Beschäftigungsausblick von +12%. Auch im Norden rechnen die Arbeitgeber mit offenen Stellen: Der Beschäftigungsausblick liegt hier bei +6%. In den Regionen Ost und Süd erreicht er noch +3%. Die Arbeitgeber in München und aus dem Ruhrgebiet erwarten einen Beschäftigungsausblick von +1% bzw. 0%, jedoch über zurückhaltende Beschäftigungspläne. In Frankfurt rechnen die Arbeitgeber sogar mit einem deutlichen Stellenabbau: Der Beschäftigungsausblick liegt hier bei -16%. Einen ebenfalls pessimistischen Beschäftigungsausblick von -6% gibt es in der Region West.

Gegenüber dem Vorquartal verlieren die Beschäftigungsausblicke in allen acht untersuchten Regionen. Die Frankfurter Arbeitgeber vermelden ein besonders drastisches Minus von 33 Prozentpunkten. In der Region West sowie im Ruhrgebiet verlieren die Beschäftigungs-ausblicke noch 17 bzw. 16 Prozentpunkte. Auch die Region München vermeldet ein bemerkenswertes Minus von 14 Prozentpunkten. In der Region Süd zeigen sich die Beschäftigungsaussichten noch elf Prozentpunkte schwächer.

Auch im Jahresvergleich rechnen die Arbeitgeber in allen Regionen mit deutlich schwächeren Arbeitsmärkten. In Frankfurt fällt der Beschäftigungsausblick um deutliche 27 Prozentpunkte ab. In München und in der Region West beträgt das Minus noch 15 bzw. 13 Prozentpunkte. Der Beschäftigungsausblick im Ruhrgebiet geht um elf Prozentpunkte zurück. Die Region Ost und die Region Süd vermelden jeweils noch eine Abschwächung um neun Prozentpunkte.

Finanzdienstleister optimistisch

In vier der sieben untersuchten Branchen rechnet man im dritten Quartal 2020 mit Stellenzuwächsen. Den besten Arbeitsmarkt erwartet der Dienstleistungssektor jenseits von Finanz- und Geschäftsdienstleistungen: Die Arbeitgeber dieser Branche vermelden einen Netto-Beschäftigungsausblick von +8%. Auch im Baugewerbe sowie in der Finanz- und Geschäftsdienstleistungsbranche rechnet man mit einigen offenen Stellen: Die Beschäftigungsausblicke liegen hier bei +6% bzw. +5%.

In den produzierenden Branchen jenseits der Güterherstellung erreicht der Beschäftigungsausblick noch einen Wert von +1%. In drei Branchen hingegen rechnen die Arbeitgeber mit Stellenabbau, am drastischsten im Gastgewerbe und in der Hotellerie: Die Arbeitgeber dieser Branche vermelden einen Beschäftigungsausblick von -16%. Die Arbeitgeber in der Güterherstellung rechnen mit einem nachgebenden Arbeitsmarkt und vermelden einen Beschäftigungsausblick von -3%. Im Groß- und Einzelhandel liegen die Beschäftigungsaussichten bei -1%.

Im Vergleich zum Vorquartal verlieren die Beschäftigungsaussichten in allen sieben untersuchten Branchen. Das deutlichste Minus von 29 Prozentpunkten vermelden dabei Gastgewerbe und Hotellerie, doch auch in der Finanz- und Geschäftsdienstleistungsbranche sowie im Baugewerbe zeigen sich die Beschäftigungsausblicke 17 bzw. 14 Prozentpunkte schwächer. Sowohl in der Güterfertigung als auch im Groß- und Einzelhandel verlieren die Beschäftigungsaussichten noch deutliche elf Prozentpunkte.

Auch im Jahresvergleich verlieren die Beschäftigungsausblicke in allen sieben Branchen. Das deutlichste Minus (20 Prozentpunkte) stammt dabei gleichfalls aus dem Gastgewerbe und der Hotellerie, doch auch die Arbeitgeber in der Güterherstellung vermelden ein Minus von 13 Prozentpunkten. In drei weiteren Branchen berichten die Arbeitgeber im Jahresvergleich noch einen Rückgang von zwölf Prozentpunkten: im Baugewerbe, in der Finanz- und Geschäftsdienstleistungsbranche sowie im Groß- und Einzelhandel.

 

Quelle Titelbild: iStock / arthobbit