Homeoffice – so geht es nach der Corona-Krise weiter

Die aktuelle Krise hat Homeoffice auf einen Schlag zur populärsten Arbeitsform gemacht. Nach dem überstürzten Umzug widmet sich dieser Artikel nun der Frage, wie sich das Arbeitskonzept weiterentwickelt.

Noch vor wenigen Monaten lehnten viele Arbeitgeber Homeoffice für ihre Beschäftigten ab, weil sie sich Sorgen um die Produktivität der Mitarbeiter machten. Die Pandemie hat vieles verändert und der Umzug ins Homeoffice erfolgte oft schnell und war nicht ausreichend vorbereitet.

So ist es kein Wunder, dass sich viele Beschäftigte jetzt eine bessere Arbeitsausstattung wünschen. Viele Deutsche im Homeoffice vermissen die Hardware im Büro und wünschen sich vor allem einen zusätzlichen Monitor.

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Acer im April 2020, gaben 40 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Arbeit mit der zur Verfügung stehenden Hardware nur teilweise so gut wie im Büro erledigen können, was für Aspekte spielen sonst noch eine Rolle?

Zweitmonitor erwünscht

Den Wunsch nach einem zusätzlichen Monitor äußerten über 20 Prozent der aktuellen Heimarbeiter auf die Frage, mit welcher Hardware sie ihr Homeoffice ergänzen würden. Immerhin jeder Fünfte wünscht sich ein neues Notebook.

Für den Monitor ist die Bildschirmgröße das maßgebende Auswahlkriterium. Dabei sollten je nach Arbeitsplatz 24 Zoll allerdings das absolute Minimum in der Diagonale sein, besser noch sind 27 Zoll. Auch die Auflösung spielt eine große Rolle: Mindestens Full HD sollte das Gerät erreichen. Auch die Ergonomie und die Verbindung des Geräts sind nicht zu unterschätzen: Ein höhenverstellbares Modell ist für eine rückenschonende Haltung unerlässlich, ein USB Type-C-Anschluss macht den Monitor universell einsetzbar.

Beim Notebook darf das Display ruhig etwas kleiner ausfallen, wenn ein Zweitmonitor zum Einsatz kommt, denn dann ist es auch nach der Zeit im Homeoffice flexibel und mobil einsetzbar.

Positive Einschätzung

Trotz gewisser Defizite und Einschränkungen ist die Grundeinstellung zum Remote Work positiv. Über ein Drittel der Arbeitnehmer im Homeoffice denken, dass sie mit der technischen Ausstattung zuhause mindestens genauso gut wie im Büro arbeiten können. Jeder Zehnte fühlt sich mit dem technischen Equipment im Homeoffice sogar produktiver als im Büro.

Noch positiver zeigt sich die Entwicklung der Einstellung gegenüber Homeoffice im Allgemeinen: Vor der Corona-Krise haben 39 Prozent der Befragten bereits teilweise, 13 Prozent sogar überwiegend im Homeoffice gearbeitet. Ganze 46 Prozent der aktuellen Heimarbeiter antworteten jedoch, sie haben vor der Corona-Krise noch nicht von zuhause aus gearbeitet.

Viele von ihnen finden aber offensichtlich Gefallen daran: Auf die Frage danach, ob sie auch nach der Pandemie gern weiterhin im Homeoffice arbeiten würden, gab fast die Hälfte an, zumindest teilweise weiter von zuhause arbeiten zu wollen. Knapp 30 Prozent würden sogar überwiegend den heimischen Arbeitsplatz dem Büro vorziehen. Gerade mal 20 Prozent kann sich die neue Arbeitsweise nicht auf Dauer vorstellen.

Homeoffice wird bleiben

Vieles deutet derzeit darauf hin, dass Homeoffice auch nach der Pandemie ein dauerhafter neuer Begleiter in der Arbeitswelt bleibt. Allerdings handelt es sich dann sehr wahrscheinlich in vielen Fällen eher um ein Mobile Office – also der zeitweisen Ausübung der Arbeit von unterschiedlichen Orten. Dieser Ort muss dabei nicht zwingend der Schreibtisch in der eigenen Wohnung sein.

Um dieses Modell allerdings langfristig und vor allem effizient umzusetzen, sollten Arbeitgeber darauf achten, Lösungen für das mobile Arbeiten zu implementieren. Mitarbeiter sollten entweder vom Unternehmen mit angemessener Hardware ausgestattet oder aber bei der Neuanschaffung angeleitet werden. Auch die Kostenübernahme sollte vorab eindeutig geklärt sein.

In vielen Fällen kann es zudem sinnvoll sein, eine Art Guideline für die Mitarbeiter zu erstellen, was die Arbeitsweise im Mobile Office betrifft – sofern das in den vergangenen Wochen nicht ohnehin schon geschehen ist. Hier ist beispielsweise geregelt, dass transparent abgesprochen werden soll, wann der Kollege erreichbar sein muss, dass es regelmäßige Update-Termine gibt und ähnliches.

Für Sicherheit sorgen

Unabdingbar für das Arbeiten im Homeoffice ist es, Sicherheit und Datenschutz zu gewährleisten. Leider hat sich in letzter Zeit herausgestellt, dass einige populäre Apps in dieser Hinsicht gravierende Mängel aufzeigen.

Am 13. Mai 2020 hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) in einem Schreiben an alle Bundesministerien und oberste Bundesbehörde die Verwendung des Messengers WhatsApp in Bundesbehörden ausdrücklich untersagt. Kurz zuvor hatte die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk vor der Verwendung von WhatsApp und Zoom, eine Software für Videokonferenzen, gewarnt. Beide Anwendungen gelten unter Datenschützern als unsicher. Einige Zoom-Anwender wurden bereits Opfer des neuen Volkssports „Zoombombing“ und ihre Konferenzen von Dritten gekapert.

Außerdem ist für ein sicheres Homeoffice, oder Mobile Office, eine widerstandsfähige und belastbare Sicherheitsinfrastruktur erforderlich. Die Kommunikation sollte grundsätzlich nur verschlüsselt über ein Virtual Private Network (VPN) erfolgen. Schwache Passwörter öffnen Angreifern Tür und Tor.

Cyberangriffe bedrohen Unternehmen

Wie bedrohlich die Situation wirklich ist, wurde Anfang Mai 2020 deutlich. Der börsennotierte Gesundheitskonzern Fresenius aus Bad Homburg ist Opfer einer Cybercrime-Attacke geworden, die die Produktion an einigen Standorten zeitweise behinderte, wie ein Firmensprecher bestätigte.

Die durchschnittliche Schadenssumme bei einem Erpresserangriff mit Ransomware liegt mittlerweile bei 110.000 Dollar. Der Aluminiumhersteller Norsk Hydro meldete an die US-Börsenaufsicht SEC Anfang 2020 sogar Kosten von über 75 Millionen Dollar für die Datenwiederherstellung und den Produktionsausfall während eines zweimonatigen Zeitraums.

Um solche Bedrohungen abzuwenden, sind leistungsfähige und datenschutzkonforme Sicherheitslösungen ebenso erforderlich wie die richtige Schulung der Mitarbeiter.

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Quelle Titelbild: iStock / Jelena Danilovic