Digitales Teamwork: Wie Sie 7 typische Fehler vermeiden

Digitales Teamwork: Wie Sie 7 typische Fehler vermeiden

Digitale Zusammenarbeit hat seine Tücken – menschlicher wie technischer Natur. Wie Unternehmen das Zusammenspiel von Mitarbeitern und IT vereinen, entscheidet über den Erfolg einer dynamischen und agilen Unternehmensstruktur. Wir zeigen sieben Problemfelder und wie Sie diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.

Microsoft hat es vorgemacht. Im Münchner Office hat kein Mitarbeiter mehr einen eigenen Arbeitsplatz. Die Kollegen arbeiten in Teams oder zugeordnet zu Projekten. Der Standort ist dabei nicht entscheidend – ein „bunter Mix“ aus Home Office, Büro und unterwegs von der Geschäftsreise gehört durchaus zum Alltag. Aber wie bekommen das deutsche Unternehmen umgesetzt? Digitales Teamwork klingt gut, birgt aber die unterschiedlichsten Herausforderungen – ganz gleich in welcher Unternehmensgröße. Mit diesen sieben Tipp bekommen Sie einen ersten Überblick für neue Teamstrukturen.

1. Die lieben Kollegen

Vorgesetzte finden das Konzept Digitales Teamwork meist sehr gut, die Untergebenen eher weniger. In vielen Fällen gibt es einen oder mehrere Kollegen, die Teamwork sabotieren, oft ohne böse Absicht. Es gibt beispielsweise Mitarbeiter, die immer zu viel versprechen und es dann nicht halten. Dann gibt es die, die lieber andere die Arbeit machen lassen und selbst auf der faulen Haut liegen. Und diejenigen sind auch nicht beliebt, die sich gerne mit fremden Federn schmücken. Dann sind da noch generelle Nörgler, die sich ständig über Fehler aufregen. Der einsame Wolf will hingegen nicht mit anderen kommunizieren und setzt auf das Motto von Wilhelm Tell: „Der Starke ist am mächtigsten allein.“ Der Überflieger hält alle anderen für inkompetent und seine Meinung für die einzig gültige.

Zugegeben, das war ein größerer Exkurs und sicherlich finden Sie den einen oder anderen Mitarbeiter auch in Ihrem Unternehmen, der so arbeitet. Klar ist: Vorgesetzte brauchen viel Fingerspitzengefühl, wenn Sie ein Team zusammenstellen. Die Charaktere sollten einigermaßen zusammenpassen und die innere Bereitschaft zur Teamarbeit mitbringen.

Notorische Quertreiber sollte man besser nicht in ein Team einzwängen. Letztlich wird sich kein Mitarbeiter digitalem Teamwork entziehen können und niemand wird zugeben, dass er nicht teamfähig ist. Aber möglicherweise passen bestimmte Charaktere besser zusammen als andere.

Vorgesetzte sollte dem Team klare Regeln geben, beispielsweise dass jeder pünktlich zum Meeting zu erscheinen hat und dann jeder auch zu Wort kommt und über seinen Bereich berichtet. Niemand sollte den anderem ins Wort fallen.

2. Mit Fehlern umgehen

In digitalen Teams werden Fehler vorkommen. Nur wer gar nichts tut, macht keine Fehler. Wichtig ist eine Fehlerkultur, die nicht mit harten Sanktionen arbeitet, sondern Verständnis zeigt und Lösungswege aufzeigt.

Eine häufige Fehlerquelle sind unzureichende Informationen.

 

 

Vorgesetzte sollten sicherstellen, dass allen Mitgliedern des Teams stets alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen. Wenn ein Angestellter Training benötigt, um seine Aufgabe erfüllen zu können, sollte dies genehmigt werden. Auch das Budget und die nötigen Ressourcen sollten vorhanden sein. Kein Team wird jemals alle Wünsche erfüllt bekommen, aber die Führungskraft sollte proaktiv nötige Anschaffungen anstoßen.

Diese neue Fehlerkultur muss mit der digitalen Transformation einhergehen, denn das alte Prinzip Befehl und Gehorsam funktioniert in der neuen Arbeitswelt nicht mehr. Vielmehr sind Agilität und Transparenz am digitalen Arbeitsplatz gefragt.

3. Richtige Werkzeuge einsetzen

Digitales Teamwork funktioniert nicht ohne die richtigen Tools. Microsoft Office 365 ist in vielen Unternehmen ohnehin vorhanden und eine gute Basis für die digitale Zusammenarbeit. Auch Software-Pakete wie beispielsweise die Google G Suite, Trello, Go to Meeting, Cisco Slack oder Bitrix 24 sind geeignet. Wichtig bei der Vielzahl an Lösungen ist:

Sie benötigen individuelle Features für Ihre Mitarbeiterschaft – eine generelle Empfehlung gibt es nicht. Im Idealfall benennen Sie einen CDO (Chief Digital Officer), der sich dem Thema annimmt und mögliche Lösungen identifiziert oder Sie holen sich externe Beratung von ausgewiesenen Experten.

Optimizing virtual teams – ein Video der Kellogg School of Management

 

(Quelle: YouTube)

4. Ziele setzen

Führungskräfte sind gefordert, digitalen Teams realistische und erreichbare Ziele zu setzen. Mitarbeiter sollten genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Wenn sie ihre Ziele erfüllen, sollten sie auch belohnt werden, ob mit Boni, Sonderurlaub oder anderem. Wichtig hier: Setzen Sie Ziele auf verschiedenen Ebenen.

Für manche Mitarbeiter mag die Nutzung von Office 365 schon komplex sein, moderner aufgestellte Kollegen können Sie hingegen direkt schon in die Funktionen eines Marketing-Automationstools oder einer Big Data Analytics Software einführen.

5. Tücken internationaler Zusammenarbeit

Führung und Anleitung durch die Vorgesetzten sind besonders wichtig, wenn es um internationale Teams an verschiedenen Standorten handelt. Auch wenn alle auf Englisch kommunizieren können, gibt es in unterschiedlichen Ländern differierende Arbeitskulturen, die den Beteiligten meist gar nicht bewusst sind. Die Zielvorgaben werden dann unterschiedlich interpretiert.

Deutsche legen meistens Wert auf Perfektion. Dagegen reicht es Angelsachsen oft völlig, wenn manche Aufgaben nur teilweise erfüllt sind – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

 


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Eine Führungskraft, die mit dieser Problematik fertig werden soll, sollte idealerweise persönliche Erfahrung aus verschiedenen Ländern mitbringen. Viele Unternehmenszukäufe deutscher Firmen in den USA sind krachend gescheitert, weil sich die deutschen Manager nicht vorstellen konnte, wie lässig Amerikaner mit ihren Aufgaben umgehen.

Auch wenn es teuer ist, sollten Mitglieder internationaler Teams wenigstens einmal pro Jahr zusammenkommen und dann nicht nur passiv Vorträgen lauschen, sondern auch miteinander feiern. Die Führungskraft sollte dafür sorgen, dass dabei nicht jeder in seiner Clique bleibt, sondern auch Kollegen aus verschiedenen Ländern in Gespräche einbeziehen. Alternativ: Eine entsprechende Videokonferenz einmal im Quartal wäre hier zumindest eine förderliche und kostengünstigere Alternative.

6. Starke Strukturen notwendig

Digitale Teams brauchen eine richtige Mischung. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter sollten sich gegenseitig ergänzen. Keiner kann auf allen Gebieten gleich stark sein. Technische Experten haben beispielsweise oft soziale Defizite. Kreativität bringt wiederum auch nicht jeder mit. Es ist verführerisch, immer neue Mitglieder ins Team zu integrieren. Aber wenn Teams funktionieren sollen, sollten sie nicht zu groß werden. Halten Sie sich eher an die minimale Anzahl von Mitarbeiten, die für die Zielerfüllung erforderlich sind. Mit einem entsprechenden Change Management kann dieser Schritt optimal gelingen.

7. Aufgaben richtig verteilen

Es ist eine Illusion zu glauben, jede Aufgabe sei kreativ, erfüllend und inspirierend. Schweiß, Anstrengung und eine gewisse Monotonie sind oft unvermeidlich.

Führungskräfte können hier für Motivation sorgen, indem sie jedem Mitglied des Teams einen klaren Verantwortungsbereich zuweisen und so das Selbstbewusstsein stärken. Geben Sie dem Team Autonomie und Feedback.

 

Quelle Titelbild: pixelfit / iStock